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Bischof für Djibouti und Somalia erhält Spende der Marinekameradschaft und Militärseelsorge

Djibouti, 15.05.2013, Georg Kaufmann.

Bischof Giorgio Bertin erhält die Spende, überreicht durch den Katholischen Militärdekan Georg Kaufmann (re). Fregattenkapitän Sieghard Tuffert (li) als Leiter des deutschen Unterstützungs- und Verbindungselements in Dschibuti begleitet ihn.

Übergabe der Spende an Bischof Giorgio Bertin (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Zur Unterstützung der sozial-karitativen Arbeit in der Republik Djibouti und der Bundesrepublik Somalia hatte die Marinekameradschaft „Kormoran“ aus Mülheim an der Ruhr der Katholischen Militärseelsorge eine Spende von 1.375 Euro übergeben.

Dieser Betrag war bei einem Wohltätigkeitskonzert gesammelt worden. Der für die Marineeinsätze zuständige Katholische Leitende Militärdekan Monsignore Rainer Schadt ergänzte weitere 425 Euro, die aus Kollektengeldern anlässlich der Feier der Weltfriedenstage im Bereich Nord stammen. Am 15. Mai 2013 konnte der im Rahmen des Marineeinsatzes Atalanta eingesetzte stellvertretende Leitende Militärdekan Georg Kaufmann somit eine Gesamtspende von 1.800 Euro an den für Somalia zuständigen katholischen Bischof Giorgio Bertin überreichen.

Bischof Bertin kann von seinem Bischofssitz, der Hauptstadt Djibouti, aus nur auf dem Luftweg nach Somalia reisen. „Über Land zu reisen ist viel zu gefährlich. Entweder man wird entführt oder getötet“, berichtet Bertin. In der Haupt- und Bischofsstadt Mogadischu etwa wird er von einer Militäreskorte bei seiner bischöflichen Tätigkeit geschützt. Gleichzeitig kann er sich dort nur im Geheimen mit Christen treffen, damit diese nicht von religiösen Fanatikern bedroht und getötet werden.

Ursprünglich gab es im Bistum Mogadischu etwa zwei Millionen Christen. Die meisten von ihnen sind seit 1992 getötet oder vertrieben worden. Sie leben in Lagern in Somalia oder in Flüchtlingslagern außerhalb Somalias. Christen werden in allen diesen Lagern von Islamisten bedroht, so dass konkrete Hilfe nur sehr diskret von Partnerorganisationen vor Ort geleistet werden kann. „Ich muss sehr darauf achten, mich nicht nur um Christen zu kümmern, sonst stehen diese unter noch größerem Druck“, erklärt Bischof Bertin.

Er berichtet auch von Caritas-Projekten, die sich etwa um Zelte für die Flüchtlinge kümmern, Krankenhäuser und Schulen unterstützen sowie bei landwirtschaftlichen Projekten mit Dünger und Saatgut helfen. Bischof Bertin: „Im April bin ich zweimal nach Somalia gereist und konnte mich vom Fortschritt dieser Projekte überzeugen.“

In Djibouti selbst ist die Hilfe einfacher und direkter, weil dort Christen nicht verfolgt werden. Hier gibt es einige Caritas-Projekte zum Beispiel für Straßenkinder, für medizinische Hilfe oder für die Alphabetisierung junger Menschen, die sonst nicht in eine Schule gehen könnten. Viele Christinnen und Christen seines Bistums sowie Ordensbrüder und -schwestern unterstützen diese Arbeit, weil es in Djibouti viel Armut gibt und sich Wohlstand auf relativ wenige verteilt.

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Hilfe für beide Länder / Diözesen

Die Spendengelder will Bischof Bertin zum einem Teil in Djibouti einsetzen für seine Hilfsangebote an Straßenkinder sowie für konkrete medizinische Hilfen an Arme, die etwa in den Krankenhäusern des Landes abgewiesen werden. Mit dem anderen Teil der Spendengelder will er in Somalia und Mogadischu konkrete Einzelfallhilfe leisten an Familien, die in Not geraten sind. So konnte er zum Beispiel für einen Somali eine Augenoperation ermöglichen oder das eingestürzte Haus einer Familie mit aufbauen helfen.

Die Spenden werden so ganz konkret im Sinne der Spender eingesetzt und Bischof Bertin bedankt sich von Herzen bei der Marinekameradschaft „Kormoran“ in Mülheim sowie bei allen Soldatinnen und Soldaten, die bei der Feier der Weltfriedenstage mit ihrer Kollekte diese konkrete Hilfe für Menschen in Djibouti und Somalia ermöglicht haben. Seinen bischöflichen Gruß und Segen wird Militärdekan Kaufmann an die Spender übermitteln.

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Zur Situation

Der italienische Franziskanerpater Giorgio Bertin ist seit 2001 Bischof von Djibouti (Stadt und Land) und übernimmt die bischöflichen Aufgaben das Bistums Mogadischu, wo derzeit kein eigener Bischof vor Ort ist. Der letzte Bischof von Mogadischu war 1989 während eines Gottesdienstes von religiösen Fanatikern getötet worden. Seither wird das Bistum Mogadischu, welches ganz Somalia umfasst, von Djibouti aus mit betreut.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: Georg Kaufmann


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